Stiftung Rätseltest Nr.1

28. Februar 2008

Dies ist der 1. Artikel aus der Reihe „Stiftung Rätseltest“. Bevor ich Rätselsoftware, Rätselagenturen und Internetkreuzworträtsel unter die Lupe nehme, möchte ich mich zunächst durch einige der unzähligen Rätselhefte pflügen, um diesbezüglich etwas klarer zu sehen. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass es bei den schätzungsweise über 100 Rätselzeitschriften signifikante Unterschiede gibt. Den Anfang macht die Rätselillustrierte „FREIZEIT SPASS“.

Titel:   “FREIZEIT SPASS“
Verlag:   Burda Senator Verlag in Offenburg
Preis:   70 Cent
Erscheinungsfrequenz:   wöchentlich

ungefähre Anzahl Rätsel:   ca. 25

Rätseltypen:   Schwedenrätsel (ca. 40%), Amerikanisches Rätsel, Sudoku, Kombi-Kreuzwort, Wörtersuchen, Gitter-Rätsel, Zahlen-Kreuzwort, Profi-Kombi, Suchbild für Kinder, Achterbahn, Zahlenrätsel, Lustiges Silbenrätsel, Trickkiste, Brückenrätsel, Farbquadrat, Zahlen-Schwede-Kombi

Schwierigkeitsgrad:   sehr unterschiedlich, für jeden was dabei

Gewinne:   ca. 3000 Euro und 20 kleinere Sachpreise

Sonstige Themen:   Klatsch und Tratsch, Gesundheit, Reisen, Ratgeber (ca. 60% der Zeitschrift)

Besonderheiten:   —

Fazit:   durchaus empfehlenswert. Große Rätselauswahl und ganz gute Gewinne. Einige Rätseltypen sind aber sicherlich nicht Jedermanns Sache.


Fundsache Nr. 2

18. Februar 2008

Hier haben wir mal ein schönes Beispiel (in einer leider miesen Bildqualität, sorry!) für ein schlecht konstruiertes Kreuzworträtsel:

fundsache nr.2

Eine der Regeln für ein gut gebautes Schwedenrätsel lautet, dass jeder gesuchte Begriff so viel wie möglich Kreuzungspunkte mit anderen Begriffen haben sollte, mindestens aber mehr als die Hälfte der Gesamtzahl seiner Buchstaben. Ein Wort mit 4 Buchstaben sollte sich demnach also wenigstens mit 3 anderen Begriffen kreuzen, ein Wort mit 5 Buchstaben mindestens mit 3 anderen, ein Wort mit 6 Buchstaben mindestens mit 4 anderen, etc. In der Praxis sieht es allerdings oft so aus, dass besonders bei Begriffen mit 4 Buchstaben häufig nur 2 Kreuzungspunkte vorhanden sind. Dies erschwert dem Rätselrater natürlich erheblich die Lösung, da er maximal nur 50% des Begriffs als Vorgabe sieht und nicht 75%.

Beim diesem Fundstück gibt es aber allein in der linken unteren Ecke drei Wörter, die gegen die obige Regel verstoßen:

1. Name europäischer Flüsse und Bäche,  2 Buchstaben, 1 Kreuzungspunkt
2. Pokal (engl.),  3 Buchstaben, 1 Kreuzungspunkt
3. seitliche Körperpartie,  6 Buchstaben, 3 Kreuzungspunkte

Wenn dann noch bei den wenigen kreuzenden Begriffen einige knifflige Fragen dabei sind, ist eine Lösung des Rätsels praktisch unmöglich.

Es gibt noch ein paar andere goldene Regeln, die beim Rätselbau zu beachten sind, aber die werde ich nach und nach erst dann erläutern, wenn ich die passenden Fundstücke dazu gefunden habe.


Schwedenrätsel / Kreuzworträtsel

8. Februar 2008

Bei den klassischen Kreuzworträtseln kann man zwei Haupttypen unterscheiden. Zum einen das Schwedenrätsel, bei dem die Begriffsumschreibungen in sogenannten Blindfeldern innerhalb des Rätselgitters stehen, und zum anderen die üblicherweise einfach Kreuzworträtsel genannten Rätsel, bei denen die Begriffsumschreibungen außerhalb des Rätselgitters stehen. Die Zuordnung der Umschreibungen zu den jeweiligen Kästchen im Rätselgitter erfolgt über kleine Zahlen in den linken oberen Kästchenecken. Die letztere Variante ist der Urtyp des Kreuzworträtsels, während die Schwedenrätsel erst einige Jahre später aufkamen.

Schwedenrätsel       Kreuzworträtsel mit Zahlenzuordnung
Was sind aber nun die Vor- bzw. Nachteile der beiden Varianten? Die Motive für die Benutzung des einen oder anderen Rätseltyps sind eigentlich offensichtlich: der Platz der Blindfelder ist begrenzt! Man kann höchstens 4 Zeilen mit jeweils maximal 8 oder 9 Buchstaben unterbringen, damit die Fragen noch zu entziffern sind. Wenn man also längere Begriffsdefinitionen benötigt oder Abkürzungen in den Fragestellungen vermeiden möchte, ist die Version ohne Blindfelder für den Rätselschmied die erste Wahl. Die Erstellung solcher Rätsel ist allerdings schwieriger als der Bau eines Schwedenrätsels, da sich in diesen Rätselgittern die Begriffe öfter mit den anderen Begriffen kreuzen, was auch mehr Wortkonflikte bei der Erstellung bedeutet. Es werden daher größere Begriffsdatenbanken beim Rätselbau benötigt. Aus diesem Grund findet man manchmal auch Kreuzworträtsel, bei denen die Fragen neben dem Rätselgitter formuliert sind, aber welche trotzdem Blindfelder (ohne Fragestellung) enthalten, weil die zur Generierung der Rätsel notwendige Begriffsdatenbank einfach nicht ausreichend gewesen ist.

Für den Rätselrater ist das Vorhandensein vieler Kreuzungspunkte dagegen von Vorteil, da er dadurch mehr Anhaltspunkte beim Raten bekommt.
Trotzdem sind Schwedenrätsel bei den Rätselfans ungleich beliebter. Ein klarer Vorteil der Schwedenrätsel ist die einfachere Handhabbarkeit, da der Rätselrater nicht ständig zwischen Rätselgitter und Begriffsumschreibungen hin und her wechseln muss um nach den passenden Zahlen zu suchen, sondern die Frage immer gleich neben der zu suchenden Antwort zu finden ist. Dies erklärt die weitaus höhere Beliebtheit des Schwedenrätsels, welches schätzungsweise über 80% aller Kreuzworträtsel ausmacht.

Die Variante mit den Zahlen wird eigentlich hauptsächlich nur für die Rätsel benutzt, bei denen man um die Ecke denken muss, weil deren kryptische Umschreibungen teilweise ungewöhnlich lang sind, sowie bei Kreuzworträtselabarten wie z.B. dem Amerikanischen oder Französischen Kreuzworträtsel. Ansonsten hat sich das Schwedenrätsel im Laufe der Jahre als 1. Wahl durchgesetzt.