Gute Schwedenrätsel

5. Februar 2009

Nachdem ich in meinen letzten beiden Artikeln über miese Schwedenrätsel abgelästert habe, möcht ich jetzt mal erläutern, was ein gut konstruiertes Schwedenrätsel ausmacht. Ein vernünftiges Schwedenrätsel muss auf jeden Fall die folgenden beiden Hauptregeln einhalten:

1.)  maximal zwei Nichtkreuzungsfelder nebeneinander

Egal ob waagerecht oder senkrecht:  jeder Buchstabe eines waagerechten Wortes, der nicht auch gleichzeitig Buchstabe eines senkrechten Wortes ist (und umgekehrt), darf nur einen Nachbarbuchstaben haben, der ebenfalls bloß zu einem einzigen Begriff gehört.

2.)  keine separaten Teile

Es darf keine Bereiche im Rätselgitter geben, die völlig vom Rest des Rätsels abgeschnitten sind. Dies kann vor allem in den Ecken vorkommen, wenn eine ganz Gruppe von Blindfeldern nebeneinander platziert wurde. Dieser Regelverstoß tritt hauptsächlich bei Schwedenrätseln auf, die mit Billigsoftware konstruiert wurden.

Diese beiden Regeln sind für ein Schwedenrätsel unabdingbar! Darüber hinaus gibt es aber noch eine Reihe weiterer Qualitätsmerkmale, an denen man gute Kreuzworträtsel von weniger guten unterscheiden kann:

das erste Qualitätsmerkmal ist der sogenannte Verknüpfungsgrad eines Kreuzworträtsels. Der Verknüpfungsgrad definiert das Verhältnis der Blindfelder (Fragezellen, Zellen ohne jegliche Funktion) zur Gesamtzahl aller Felder im Rätselgitter. Gute Schwedenrätsel erreichen dabei einen Verknüpfungsgrad von mindestens 1:4. Wenn beispielsweise ein Schwedenrätsel 20 mal 20 Felder groß ist, besitzt es insgesamt 400 Felder. Wenn es ein gutes Rätsel ist, sind davon höchstens 100 Blindfelder. Je weniger, desto besser.  Das Ziel ist also, möglichst viele Kreuzungspunkte im Rätselgitter zu haben, um dem Rater viele verschiedene Lösungsansätze bieten zu können.

die Anzahl an Füllwörtern sollte nicht sehr hoch sein. Füllworte sind Begriffe, die nur aus zwei oder drei Buchsaben bestehen. Oftmals wird dort nach Abkürzungen, Kfz-Kennzeichen, chemischen Symbolen, etc. gefragt. Wenn im Rätsel zuviele solcher Füllwörter vorkommen, vermindert dies erheblich den Spaßfaktor. Maximal jede vierte Frage sollte nach einem Füllwort fragen, besser nur jede sechste oder siebte. Es gibt Rätselagenturen, die es sogar schaffen komplett auf zwei- und dreibuchstabige Wörter zu verzichten. Dies ist aber höchst selten und auch nicht unbedingt notwendig. Am besten ist eine ausgewogene Mischung aus langen, mittellangen und kurzen Begriffen.

außerdem spielen natürlich die Begriffe selbst eine gewichtige Rolle für die Qualität eines Schwedenrätsels. Professionelle Rätselagenturen aktualisieren ständig ihre Datenbanken und sortieren veraltete Begriffe aus. Die Datenbanken von Share- und Freeware sind dagegen meines Wissens alle so gut wie unbrauchbar. Die Pflege einer Kreuzworträtseldatenbank ist halt sehr arbeitsintensiv und hat daher seinen Preis.

als letztes Qualitätsmerkmal sei noch die korrekte Rechtschreibung erwähnt, wozu es wohl keiner weiteren Erklärung bedarf.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass natürlich auch dem besten Rätselschmied immer mal wieder ein Fehler unterläuft. Klar! Die Erstellung guter Kreuzworträtsel ist eine ziemlich komplexe Angelegenheit und viel schwieriger als sich das die meisten Leute vorstellen.

Also ein HOCH auf alle Rätselmacher !!

Ergänzender Verweis:   Qualitätsmerkmale bei Rätsel-Krüger


Wie löst man am besten ein Zahlenrätsel?

28. April 2008

Natürlich möchte ich in diesem Blog auch Tipps geben bzw. Lösungsstrategien erläutern. Als erstes habe ich mir einen eher einfach zu lösenden Rätseltyp ausgesucht: das Zahlenrätsel oder auch Zahlenkreuzworträtsel.

Beim Zahlenrätsel gibt es keine Fragen, die beantwortet werden müssen, sondern in jedem leeren Feld des Rätselgitters steht eine Zahl, die durch einen Buchstaben ersetzt werden soll. Gleiche Zahlen bedeuten gleiche Buchstaben und natürlich sollten am Ende ausschließlich sinnvolle Begriffe dabei heraus kommen.

Normalerweise ist anfangs immer ein Begriff und damit auch immer 3 oder 4 Buchstaben bereits als Hilfestellung vorgegeben, so dass der erste Schritt einfach darin besteht, die vorgegebenen Buchstaben bzw. deren zugeordnete Zahlen im ganzen Rätsel zu suchen und einzutragen.
So weit so gut. Als nächstes ist es am geschicktesten, wenn man die Zahl herausfindet, die den Buchstaben E symbolisiert (falls dieser Buchstabe nicht bereits zum Startwort gehört). Dies ist relativ einfach, da das E der mit Abstand am häufigsten vorkommende Buchstabe des deutschen Alphabets ist (17,4%, der zweithäufigste ist das N mit 9,8%). Man braucht also nur zu schauen, welche Zahl besonders häufig vorkommt, und schon hat man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das E gefunden und auch bereits ein knappes Drittel des Rätselgitters gefüllt.
In den meisten Fällen findet man dann schon Wörter, bei denen nur noch ein Buchstabe fehlt und die somit einfach aufzulösen sind. Ansonsten kann man beim weiteren Vorgehen an folgendes denken:

- wenn am Wortanfang ein L, M, N oder R steht, kommt danach in der Regel entweder ein Vokal oder ein H. Auf diese Weise kann man relativ schnell die noch fehlenden Vokale herausfinden.
- jedes 5. Wort endet mit einem N. Wenn man sich also die Zahlen des jeweils letzten Kästchens anschaut, hat man das N schnell gefunden.
- die drei Buchstaben des SCH sind oft schnell zu finden, wenn zwei der drei bereits bekannt sind. Wenn nur das C bekannt ist, ist das H meist auch nicht weit weg. Dasselbe gilt für das S und das T.
- die Buchstaben L, M, N, R, S, T sind nicht nur recht häufig, sondern kommen auch gerne doppelt daher.
- normalerweise sollten in einem guten Zahlenrätsel keine ausländischen Wörter, Abkürzungen, Kfz-Kennzeichen etc. vorkommen. Städte-, Personennamen oder fachsprachlichen Ausdrücke kommen dagegen öfter vor.

Damit kommt man meist recht schnell zum Ziel. Lediglich bei den letzten zwei oder drei fehlenden Buchstaben muss man oft ein wenig länger überlegen. Da meistens nicht alle 26 Buchstaben des Alphabets im Rätsel vorkommen, sondern nur 20 oder 22, dauert es manchmal eine Weile bis man die passenden letzten Buchstaben gefunden hat. Die am wenigsten verwendeten Buchstaben im deutschen Sprachgebrauch sind übrigens das X (0,03%), das Y (0,04%), das J (0,27%) und das V (0,65%).

Zahlenrätsel stellen für geübte Rätselrater meist keine große Herausforderung dar, sind aber beliebt bei Rätselneulingen und sollten daher in keinem vernünftigen Rätselheft fehlen. Seit einigen Jahren kommen auch immer mehr sogenannte Zahlen-Schweden-Kombirätsel in Mode, die mir persönlich aber nicht so gut gefallen. Der Nachteil beim Zahlenrätsel ist die relativ stumpfe Schreibarbeit zu Beginn des Rätsels. Dies bleibt einem übrigens bei Online-Zahlenrätseln erspart, wie man sie beispielsweise bei www.raetselfieber.de findet.

Weiterführender Link: Wikipedia-Artikel zur Buchstabenhäufigkeit


Schwedenrätsel / Kreuzworträtsel

8. Februar 2008

Bei den klassischen Kreuzworträtseln kann man zwei Haupttypen unterscheiden. Zum einen das Schwedenrätsel, bei dem die Begriffsumschreibungen in sogenannten Blindfeldern innerhalb des Rätselgitters stehen, und zum anderen die üblicherweise einfach Kreuzworträtsel genannten Rätsel, bei denen die Begriffsumschreibungen außerhalb des Rätselgitters stehen. Die Zuordnung der Umschreibungen zu den jeweiligen Kästchen im Rätselgitter erfolgt über kleine Zahlen in den linken oberen Kästchenecken. Die letztere Variante ist der Urtyp des Kreuzworträtsels, während die Schwedenrätsel erst einige Jahre später aufkamen.

Schwedenrätsel       Kreuzworträtsel mit Zahlenzuordnung
Was sind aber nun die Vor- bzw. Nachteile der beiden Varianten? Die Motive für die Benutzung des einen oder anderen Rätseltyps sind eigentlich offensichtlich: der Platz der Blindfelder ist begrenzt! Man kann höchstens 4 Zeilen mit jeweils maximal 8 oder 9 Buchstaben unterbringen, damit die Fragen noch zu entziffern sind. Wenn man also längere Begriffsdefinitionen benötigt oder Abkürzungen in den Fragestellungen vermeiden möchte, ist die Version ohne Blindfelder für den Rätselschmied die erste Wahl. Die Erstellung solcher Rätsel ist allerdings schwieriger als der Bau eines Schwedenrätsels, da sich in diesen Rätselgittern die Begriffe öfter mit den anderen Begriffen kreuzen, was auch mehr Wortkonflikte bei der Erstellung bedeutet. Es werden daher größere Begriffsdatenbanken beim Rätselbau benötigt. Aus diesem Grund findet man manchmal auch Kreuzworträtsel, bei denen die Fragen neben dem Rätselgitter formuliert sind, aber welche trotzdem Blindfelder (ohne Fragestellung) enthalten, weil die zur Generierung der Rätsel notwendige Begriffsdatenbank einfach nicht ausreichend gewesen ist.

Für den Rätselrater ist das Vorhandensein vieler Kreuzungspunkte dagegen von Vorteil, da er dadurch mehr Anhaltspunkte beim Raten bekommt.
Trotzdem sind Schwedenrätsel bei den Rätselfans ungleich beliebter. Ein klarer Vorteil der Schwedenrätsel ist die einfachere Handhabbarkeit, da der Rätselrater nicht ständig zwischen Rätselgitter und Begriffsumschreibungen hin und her wechseln muss um nach den passenden Zahlen zu suchen, sondern die Frage immer gleich neben der zu suchenden Antwort zu finden ist. Dies erklärt die weitaus höhere Beliebtheit des Schwedenrätsels, welches schätzungsweise über 80% aller Kreuzworträtsel ausmacht.

Die Variante mit den Zahlen wird eigentlich hauptsächlich nur für die Rätsel benutzt, bei denen man um die Ecke denken muss, weil deren kryptische Umschreibungen teilweise ungewöhnlich lang sind, sowie bei Kreuzworträtselabarten wie z.B. dem Amerikanischen oder Französischen Kreuzworträtsel. Ansonsten hat sich das Schwedenrätsel im Laufe der Jahre als 1. Wahl durchgesetzt.


Was genau ist ein Kreuzworträtsel ?

21. Januar 2008

Kreuzworträtsel kennt wohl so ziemlich jeder Mensch, der lesen kann. Aber gibt es eigentlich eine einheitliche Definition des Begriffs “Kreuzworträtsel”? Von manchen Leuten wird der Begriff enger und von anderen weiter gefasst. Hier folgt nun der Versuch das Gebiet der Kreuzworträtsel exakt abzustecken. Zunächst die enzyklopädischen Definitionen:

Im Brockhaus ist die folgende Definition zu finden:
“Kreuzworträtsel, die verbreitetste Art der Worträtsel, bei dem die Buchstaben der gesuchten, sich kreuzenden Wörter in waagerechter und senkrechter Richtung in die bezeichneten freien Felder eingetragen werden.”

In der Wikipedia wird das Kreuzworträtsel wiefolgt beschrieben:
“Ein Kreuzworträtsel ist ein Buchstabenrätsel auf einer durch Spalten und Zeilen in Kästchen geteilten (meist rechteckigen) Fläche, von denen einige Kästchen Blindfelder sind, die Wortende oder Wortanfang markieren. Die gesuchten Wörter werden senkrecht und waagerecht in benachbarte Kästchen eingetragen, und zwar so, dass alle eingetragenen oder sich ergebenden Buchstabengruppen einen Sinn (entsprechend der Aufgabenstellung) ergeben.”

Die beiden Definitionen unterscheiden sich in zwei Dingen. Zum einen hebt die wikipedia-Def. hervor, dass die gesuchten Buchstabenkombinationen einen Sinn ergeben müssen. Dies versteht sich aber eigentlich von selbst, da es sich sonst um ein objektiv unlösbares Rätsel handeln würde. Zum anderen erwähnt sie Blindfelder als Abgrenzungskästchen. An dieser Stelle bin ich mit der wikipedia-Def. nicht ganz einverstanden, da es durchaus Kreuzworträtsel ohne Blindfelder gibt. Diese schreiben die Fragen bzw. die Umschreibungen der Begriffe nicht in die Blindfelder sondern neben oder unter das Rätselgitter. In der linken oberen Ecke mancher Kästchen stehen kleine Zahlen, mit deren Hilfe die Fragestellungen an die entsprechenden Stellen im Rätselgitter zugeordnet werden. Die Variante, bei der die Fragestellungen in den Blindfeldern stehen, werden “Schwedenrätsel” genannt. Der Ursprung dieses Namens ist meiner Internetrecherche nach nicht bekannt. Die Version ohne Blindfelder hat meines Wissens keinen speziellen Namen und firmiert unter dem allgemeinen Sammelbegriff “Kreuzworträtsel”.

Wenn man das Wort Kreuzworträtsel in seine Bestandteile zerlegt, so ergibt sich als Kurzdefinition “Rätsel, bei denen sich Wörter kreuzen”. Demnach sind Gitterrätsel, Wortsuchrätsel, Amerikanische, Französische, Schweizer Rätsel, etc. natürlich ebenfalls Kreuzworträtsel, was kaum zu bestreiten ist. Die meisten Rätselrater würden aber auch Rätsel, bei denen sich keine Wörter kreuzen (z.B. Brückenrätsel, Silbenrätsel) oder sogar Rätsel, bei denen gar keine Buchstaben vorkommen (Zahlenrätsel, Symbolrätsel) als Kreuzworträtsel bezeichnen, weil sie eine gitterartige oder tabellarische Form besitzen. Die zur Zeit gerade so modernen Rätsel aus Fernost wie “Sudoku” u.s.w. werden dagegen eher zur Klasse der Logikrätsel gerechnet, da bei diesen Rätseln keinerlei Wissen sondern logischer Verstand gefragt ist.

Abschließend kann zusammengefasst werden, dass es keine einheitliche Definition des Begriffs “Kreuzworträtsel”, sondern mehrere verschiedene Interpretationen gibt.

R@SELFIEBER - das virtuelle Rätselheft

Von den unzähligen Rätseltypen, die sich die Rätselmacher in den vergangenen Jahrzehnten ausgedacht haben und die man im engeren oder weiteren Sinne als Kreuzworträtsel bezeichnet, werde ich in der Zukunft einige näher vorstellen und evtl. Lösungsstrategien vorstellen. Natürlich wird es zwischendurch auch immer mal ein praktisches Beispiel zum Rätseln geben. Als weitere Themen dieses Blogs sind zum Beispiel vorstellbar: Rätselbau, Rätsel-Lexika, Rätselhefte, Preisrätsel, Onlinerätsel, Rätselagenturen, Rätselsoftware.

Linktipp: wikipedia-Artikel über Kreuzworträtsel


Das 1. Kreuzworträtsel

17. Januar 2008

Es bietet sich natürlich an, in meinem ersten Weblog-Artikel über – na klar! – das erste Kreuzworträtsel der Welt zu schreiben.

Das allererste Kreuzworträtsel erschien am 21.12.1913 in der New Yorker Zeitung “New York World”. In knapp sechs Jahren dürfen wir also den 100. Geburtstag dieses Unterhaltungsklassikers feiern. Der Erfinder war nach einhelliger Meinung ein Mensch namens Arthur Wynne, ein aus Liverpool stammender Journalist. Laut Überlieferung wurde er vom Verleger der New York World beauftragt, sich etwas Besonderes für die Weihnachtsbeilage einfallen zu lassen. Inspiriert wurde er dabei durch die bereits im Altertum bekannten Magischen Quadrate. Das sind Sudoku-ähnliche Zahlenquadrate bei denen jede Reihe dieselbe Summe ergibt, egal, ob sie waagerecht, senkrecht oder diagonal addiert werden. Dementsprechend hatte das erste Kreuzworträtsel ebenfalls eine sehr gleichmäßige Form, nämlich die einer Raute (siehe Bild). Es enthielt genau 31 Suchbegriffe, von denen einer – FUN – bereits als Beispiel eingetragen war.

das allererste Kreuzworträtsel

Schon bald erfreute sich die neue Rätselart großer Beliebtheit und wurde von vielen anderen Printmedien übernommen. Innerhalb weniger Jahre waren in fast allen Zeitungen Kreuzworträtsel zu finden. Angeblich waren die neuen Denksportaufgaben bei den amerikanischen Rätselfans auch während der Arbeitszeit so beliebt, dass sich Kongressabgeordnete ernsthaft Sorgen um die Wirtschaft machten. Zu Beginn der 1920er Jahre fand das Kreuzworträtsel dann auch Anklang bei europäischen Zeitungen. Es dauerte aber noch bis 1925, bis das erste Kreuzworträtsel in deutscher Sprache abgedruckt wurde (in der “Berliner Illustrierten”).

Seitdem ist das Kreuzworträtsel in mehreren Dutzend Variationen – Schwedenrätsel, Gitterrätsel, Wortsuchrätsel, Zahlenrätsel, etc. – nicht mehr aus den Printmedien wegzudenken und auch im Internet wird man sehr schnell fündig. Dazu mehr in einem der nächsten Artikel …

Linktipp: Brief History of Crossword Puzzles


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