Lateinische Kreuzworträtsel

23. Januar 2015

Im Netz konnte man kürzlich lesen, dass in Italien Kreuzworträtsel in lateinischer Sprache immer beliebter werden und in letzter Zeit regelrecht einen kleinen Boom erleben. Wegen der engen Verwandtschaft der beiden Sprachen ist dies eigentlich nicht sonderlich verwunderlich. Aber auch hierzulande gibt es ja Millionen von Menschen, die als Gymnasiasten mit lateinischen Vokabeltests gequält wurden und das kleine oder große Latinum absolviert haben.

Auslöser des Booms ist das Online-Magazin Ephemeris, das auf seiner Webseite Nachrichten auf Latein veröffentlicht und nun monatlich ein 14-seitiges Rätselheft auf Latein zusammenstellt. Dazu wurde eine extra Homepage mit dem zweideutigen Namen My Latin Lover eingerichtet. Wenn man sich dort mit seiner E-Mail-Adresse registriert, erhält man einmal pro Monat eine Ausgabe im pdf-Format zum Ausdrucken des “HEBDOMADA AENIGMATUM”, was übersetzt aber wohl eher Rätselwoche als Rätselmonat bedeutet.

crucigramma

Neben “normalen Kreuzworträtseln” bzw. “Crucigramma” sind in dem Heft unter anderem auch Satzergänzungsrätsel, Silbenkreuzworträtsel, Zahlenkreuzworträtsel, lateinische Cartoons, Wortsuchrätsel und Sudokus mit römischen Ziffern enthalten. Die beiden letzteren können übrigens auch Leute ohne Lateinkenntnisse lösen. Wie in jedem Rätselheft gibt es zum Schluss natürlich auch die Auflösungen (der vorherigen Ausgabe).

Für alle diejenigen, die vorher erst mal ins Rätselheft reinschauen möchten, bevor sie sich registrieren, habe ich die Weihnachtsausgabe der Hebdomada Aenigmatum hier zum Download bereitgestellt.

 

 

 


“Tote Ecken”

7. Januar 2015

Im Beitrag “Gute Schwedenrätsel” wurde es bereits erwähnt: Ein gutes Kreuzworträtsel hat einen hohen Verknüpfungsgrad, d.h. alle Begriffe sind über einen Weg miteinander verbunden. Dies erreicht man dadurch, dass nur wenige Fragekästchen aneinander hängen (außer am Rand). Auf keinen Fall dürfen jedoch Begriffe von den restlichen Begriffen vollständig abgetrennt sein.

Tote Ecken Kanzlit

Im gezeigten Beispiel bilden einige Beschreibungszellen oben rechts eine richtige Trennwand (rot markiert). Man kann hier von einer “toten Ecke” sprechen, welche mit dem übrigen Teil des Rätsels überhaupt nicht verknüpft ist; es handelt sich eigentlich um ein eigenes Rätsel. Wer folglich mit einem Begriff in dieser “toten Ecke” Schwierigkeiten hat, kann sich nur Hilfe über die anderen Begriffe in dieser Ecke holen.

Das ist jedoch nicht der Sinn eines Kreuzworträtsels! Das von mir gefundene Beispiel stammt aus der Tageszeitungs-Beilage “rtv” (43/14). Das Schwedenrätsel wurde von der Rätselagentur Kanzlit erstellt, was mich eher stark verwundert, da diese Firma sonst sogar auf “tote Zweier” verzichtet, von dem auch einer im oberen Rätsel vorhanden ist. 

“Tote Ecken” in Kreuzworträtseln bin ich ansonsten nur aus den bei uns im Ort kostenlosen (Werbe-)Zeitungen “Heimatnachrichten” und “Extra Tip” gewohnt. Diese Rätsel werden von der Rätselagentur Witte erstellt. Man muss hier etwas genauer hinschauen, um zu erkennen, dass es sich bei dem folgenden Beispiel (“Heimatnachrichten” 48/14) in Wirklichkeit um drei (!) abgetrennte Bereiche handelt. Auch sonst ist bei einigen Begriffen der Verknüpfungsgrad nicht ideal (z. T. auch der Werbeinsel geschuldet).

Tote Ecken Witte

Halten wir fest: Gute Rätsel enthalten keine “toten Ecken”. Zum Glück sind diese isolierten Bereiche in den gängigen Rätselzeitschriften am Kiosk eine absolute Seltenheit. In Silbenkreuzworträtseln konnte ich sie dennoch manchmal vorfinden.


Kreuzworträtsel-Weihnachtskarten

17. Dezember 2014

Für alle, die noch eine passende Weihnachts-Postkarte suchen, hier etwas für Ratefreunde:

Die Künstlerin Karoline Kehr hat für den Inkognito Verlag eine Postkarte mit einem weihnachtlichen Bilderkreuzworträtsel herausgebracht. Beim korrekten Ausfüllen ergibt sich die Botschaft “FROHE WEIHNACHTEN!”. Die Karte ist zu einem Preis von 1,11 € zu erwerben. Zwei entsprechende Postkarten mit den Lösungssprüchen “HERZLICHEN GLUECKWUNSCH!” und “GUTE BESSERUNG!” stehen ebenfalls zur Verfügung.

http://www.inkognito.de/postkarten/zu-anlaessen/weihnachten/6453/kw-frohe-weihnacht

Eine weitere Kreuzworträtsel-Weihnachtskarte gibt es von der Designerin Mia van Gaesbeeck. Die Definitionen des Rätsels stehen auf der Rückseite der Klappkarte. Das Lösungswort heißt “FROHE WEIHNACHT”. Die Fragen an sich haben aber nichts mit dem Fest zu tun. Eine einzelne Karte kostet 2,50 €.

https://www.designer-weihnachtskarten.de/weihnachtskarten/kreuzwortraetsel-weihnachtliche-landschaft-blau-gruen.html

 

Wir wünschen allen Bloglesern und -leserinnen besinnliche Weihnachtsfeiertage, einen fröhlichen Jahresausklang sowie viel Gesundheit, Glück, Erfolg und Rätselspaß im neuen Jahr!


25 Jahre “Die Trickkiste”

3. Dezember 2014

“Die Trickkiste” feiert dieses Jahr ihren 25. Geburtstag. Auf den ersten Blick ähnelt dieser Rätseltyp dem Schwedenrätsel ohne vorgegebene Pfeilrichtung, jedoch können bei ihr die einzutragenden Wörter auch in umgekehrter Richtung verlaufen, also von rechts nach links und von unten nach oben. In jedem Fall beginnen oder enden die erratenen Wörter neben dem Feld ihrer Definition, d.h. die Lösungswörter beginnen nicht immer beim Fragefeld, schließen sich aber in beliebiger Form am Wortanfang oder -ende an das Fragefeld an. Zur Erleichterung, also als Starthilfe, ist in der Regel ein Wort bereits eingetragen. Zur besseren Orientierung wird empfohlen, ein gelöstes Fragefeld sofort auszustreichen.

“Die Trickkiste” wurde 1989 vom Pressebüro von Berg aus Remscheid entwickelt und wird bis heute ausschließlich von Illustrierten dieser Rätselagentur angeboten. Dadurch, dass das Pressebüro von Berg Schwedenrätsel mit fast ausschließlich zwei Definitionen pro Feld erstellt, ist es besonders knifflig, den richtigen Standort der Wörter herauszufinden. “Die Trickkiste” freut sich immer größerer Beliebtheit und ist eventuell die neueste Erfindung einer Rätselart.

Die erste Trickkiste erschien 1989 in der FREIZEIT REVUE. Zum 25. jährigen Jubiläum gibt es nun am Kiosk eine Spezial-Ausgabe von FREIZEIT REVUE RÄTSEL “Die Trickkiste“ (22/2014, EVT: 19.11.2014) mit den “besten Trickkisten in einem Heft” zum Preis von 1,60 €.

Das Heft erscheint seit 2009 quartalsweise, wird nach dieser Jubiläums-Ausgabe aber wieder “nur” 16 Seiten des Exklusiv-Rätsels “Die Trickkiste” enthalten. Der Rest besteht gewöhnlich aus 13 Seiten “Die Zwei” und 7 Seiten “Doppeldecker”, begleitet von 21 Sudokus.

 


Interview mit dem Dritten der Deutschen Kreuzworträtselmeisterschaft

25. November 2014

Der Hessische Rundfunk hat ein kurzes Interview mit Markus Heyer, dem Drittplatzierten der Deutschen Kreuzworträtselmeisterschaft geführt. Am Ende des Interviews wird ihm eine Frage nach einem Wort mit fünf Buchstaben gestellt, die ich bisher noch nie in einem Kreuzworträtsel gesehen habe. Wenn ihr wissen wollt, ob Markus die Frage beantworten konnte, müsst ihr euch schon selbst den Mitschnitt des Interviews anhören  :-)


5. Deutsche Kreuzworträtselmeisterschaft

19. November 2014

Am letzten Samstag (15.11.2014) fand in Frankfurt die 5. Deutsche Kreuzworträtselmeisterschaft statt. Die Qualifikation für die Meisterschaft wurde wie immer von “das neue” und dem Verein “Logic Masters” organisiert. Da sich für die Endrunde nur 40 Teilnehmer qualifizieren konnten und die Finalisten der Vorjahre automatisch eine Einladung erhielten, musste unter den restlichen ca. 2000 Bewerbungen das Los entscheiden. 36 Wettbewerber fanden sich schließlich am Veranstaltungsort, dem “mainhaus Stadthotel Frankfurt”, ein. Hier mussten in drei Runden jeweils drei Kreuzworträtsel in den verschiedensten Varianten und Schwierigkeitsgraden (Ersteller: Johannes Susen) innerhalb von 90 Minuten gelöst werden.

Die drei Runden im Einzelnen trugen folgende Titel:

1. Kreuzworträtsel: Hier musste zunächst ein Rätsel geknackt werden, dessen Gitterform als das erste in Deutschland veröffentlichte Kreuzworträtsel gilt. Es erschien am 30. November 1924 in der “Berliner Morgenpost”. Ein zweites Kreuzworträtsel mit Trennstrichen war an ein Rätsel der “Berliner Illustrierten Zeitung” vom Februar 1925 angelehnt. Ein Kreuzwort-Doppel bereitete danach vielen Ratern Probleme, da die Fragen erst einem der beiden identischen Gitter zugeordnet werden mussten.

2. Kreuzwort-Mix: Neben einem Standard-Schwedenrätsel und einem amerikanischen Kreuzworträtselgitter musste in dieser Runde ein amerikanisches Kreuzworträtsel gelöst werden, bei dem man die Schwarzfelder selbst finden musste.

3. Schwedenrätsel: Ein Schwedenrätsel mit “Brückenwörtern” und eines mit “Anagrammen” waren aus dem Rätselteil von “das neue” bekannt. Bei einem weiteren Schwedenrätsel fehlten die Pfeile und die Lösungsbegriffe mussten teilweise auch rückwärts eingetragen werden.

Die jeweils zehn schnellsten Rätsellöser einer Runde konnten bei Abgabe ihres Lösungsbogens ein Zusatzrätsel erhalten und so weitere Punkte sammeln. Der Haken: Die Lösungswörter aller drei Rätsel mussten stimmen und ein einmal abgegebener Lösungsbogen durfte nicht an den Wettbewerber zurückgegeben werden. Man musste also taktisch clever sein und genau überlegen, wie viel Zeit man sich für die drei Rätsel nimmt, und wann man das Zusatzrätsel einfordert. Das Zusatzrätsel der letzten Runde konnte die meisten Punkte einbringen, war jedoch auch das schwerste Rätsel des Tages, da hier die Lage der Ordnungszahlen und Schwarzfelder komplett unbekannt war.

Inklusive der Zusatzrätsel konnte man maximal 1020 Punkte erreichen. Dies war allerdings nur zu schaffen, wenn man u.a. den Schweizer Spray- und Graffitikünstler NAEGELI, den österreichischen Begriff für Puder STUPP und den englischen Alpinisten Edward WHYMPER kannte.

Einige Rätsel-Profis rutschen aufgrund verpasster Zusatzrätsel in der Punkte-Rangliste leider zurück und schafften es nicht unter die besten vier Teilnehmer des Tages. Die vier Finalisten waren Birgit Ely (960 Punkte), Andreas Weber (950 Punkte) sowie die beiden Newcomer Markus Heyer (jüngster Teilnehmer, 920 Punkte) und Dirk Neu (880 Punkte). Sie durften anschließend um den ersten Platz rätseln. Vor Publikum mussten alle ein “Französisches Rätsel” mit Fragen in der richtigen Reihenfolge ausfüllen.

Andreas Weber war als Erster schon nach 10 Minuten fertig, gab eine fehlerfreie Lösung ab und darf sich damit amtierender Deutscher Kreuzworträtsel-Champion nennen. Herzlichen Glückwunsch! Markus Heyer gab nach 11,5 Minuten ab, übersah aber u.a. einen Buchstabendreher. Mit 3 Fehlern wurde er schließlich Dritter. Vorjahressiegerin Birgit Ely konnte sich nach 14 Minuten und 0 Fehlern den Vize-Meistertitel sichern. Dirk Neu wurde Vierter. Für alle Wettbewerber gab es am Ende eine Teilnehmermedaille und eine individuelle Urkunde. Die drei Erstplatzierten erhielten Reisepreise für jeweils 2 Personen (Andreas Weber: 6-tägige Donaukreuzfahrt inklusive Vollpension, Birgit Ely: 7 Tage Hotelaufenthalt auf Borkum inklusive Halbpension, Markus Heyer: 7 Tage Hotelaufenthalt im Bayerischen Wald inklusive Halbpension). Dirk Neu sowie Mathias Markus, der knapp den Einzug ins Finale verpasst hatte, bekamen beide ein Jahres-Abo von “das neue” geschenkt.

Für das Wohlbefinden war über den ganzen Tag hinweg gesorgt, die Verpflegung war ganztäglich inklusive. Zwischen den Vorrunden und in der Mittagspause gab es genug Gelegenheit, um sich über Rätselqualitäten und Rätselhefte auszutauschen. Zudem wurde eifrig diskutiert, wie die nächste Deutsche Kreuzworträtselmeisterschaft einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, sodass dieses einmalige Event keine Insider-Information für “das neue”-Leser bleibt.

Alle Einzelergebnisse befinden sich auf der Homepage der Rätselredaktion Susen. Dort sind auch Fotos und weitere Berichte zu finden sowie in der Ausgabe 48/2014 von “das neue”.


70er Jahre Kreuzworträtsel

1. Oktober 2014

Für alle Fans der 1970er Jahre gibt es demnächst (VÖ: 7. Oktober) ein eigenes Kreuzworträtselheft, welches 6x jährlich erscheinen soll. Im Pressetext steht dazu: “In thematischen Schweden-, Gitter- und Zahlenrätseln, wie beispielsweise „Hippie, Punk & Parka“, „Schlagzeilen eines Jahrzehnts“ oder „Nostalgie-TV“ dreht sich alles um Mode, Musik, Kultur und Sport der Disco-Ära.” Auf dem Cover der ersten Ausgabe ist – na klar – ABBA abgebildet.

Ich bin ein wenig skeptisch, ob sich ein Kauf lohnt. Solche Spezialrätselhefte sind meistens enttäuschend, finde ich. Und die große Gefahr ist, dass bei Erfolg dann unweigerlich auch die 80er und 90er Jahre drankommen. Das kennt man ja aus dem Radio …


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