Bericht von der 1. Deutschen Rätselmeisterschaft

Vorletzten Samstag wurde der 1. offizielle Deutsche Kreuzworträtselmeister gesucht und auch gefunden. Rainer Kranz heißt er, wohnhaft in Lemgo, einer Stadt in Ostwestfalen mit 5 Buchstaben.

Mehr als 700 Personen wollten sich für die Finalrunde in Hamburg qualifizieren, indem Sie sechs Kreuzworträtsel der Promiklatschzeitschrift DAS NEUE lösten und einschickten. Zirka 10% schafften die optimale Punktzahl, von denen 50 ausgelost und zur Finalrunde eingeladen wurden. Einigen war die Anreise in den hohen Norden dann wohl doch zu weit, denn lediglich 31 Ratefüchse fanden sich im Hotel Baseler Hof zum Rätselwettstreit ein.

In drei Runden mussten die Teilnehmer jeweils drei DIN-A4 große Kreuzworträtsel unterschiedlichen Typs lösen und hatten dafür eineinhalb bis zwei Stunden Zeit. Gebastelt wurden die Kopfnüsse vom Rätselautor Johannes Susen, der zugleich Vorsitzender des Rätselvereins „Logic Masters Deutschland e.V.“ ist, welcher auch Mitglied des Welträtselverbands ist.

Angekündigt war, dass die Rätsel von Runde zu Runde immer schwieriger werden sollten, aber viele Teilnehmer scheiterten bereits in Runde 1 beispielsweise an Fragen nach dem Begründer der Homäopathie HAHNEMANN, dem 347 Meter hohen finnischen Berg KOLI, dem Buchtitelhelden ENDER oder dem israelischen König OMRI. Und nicht allen Kreuzworträtselfreaks war der Brad-Pitt-Film „Rendezvous mit Joe Black“ ein Begriff. Die meisten Teilnehmer füllten rund drei Viertel der Rätsel in ziemlich hoher Geschwindigkeit aus und brüteten dann noch eine Stunde lang über einige wenige besonders harte Kopfnüsse. Diese 1. Runde hatte der spätere Kreuzworträtselmeister bereits am besten von allen gemeistert. Bei den beiden folgenden Runden rutschte er jedoch auf den vierten Platz ab und schaffte noch so gerade eben den Sprung in das Finale der besten vier Rätselrater.

In der Tat wurde der Schwierigkeitsgrad in den beiden folgenden Runden noch einmal erhöht. Beispielsweise schon mal was von ESERA- Cincazufluss in Spanien, TARAR – Getreidereinigungsmaschine, ABNER – Herrführer des Königs Saul, KALAF – Tatarenführer in Turandot, MAGOT – Berberaffe, ECRUE – weiß, gelblich, BANIK – Fußballclub in Ostrava, PRUS – polnischer Dichter, MINHOU – westchinesischer Landkreis an der Mündung des Min-Flusses, OKKA – früheres türkisches Gewicht, UMIAK – Frauenboot der Eskimos, NANDI – nilotisches Volk in Kenia, MAGOG – biblisches Land, ETRICH – österreichischer Flugpionier, SARK – Kanalinsel, ISKAR – Donauzufluss, PUNT – antikes Goldland östlich von Ägypten, UREASE – Harnstoff, PERI – italienischer Komponist, ELBASAN – Stadt in Mittelalbanien, ORENDEL – mittelalterliches Versepos, ASSISEN – frühere französische Schwurgerichte, … gehört?. In der zweiten Runde mussten die Teilnehmer zudem ein besonders kniffliges Promi-Rätsel bearbeiten, bei dem es zu einigen Begriffen überhaupt gar keine Fragestellung gab, sondern selbst herauszufinden war, welche Wörter wohl zum Leben des anfangs völlig unbekannten Promis (Charlene Wittstock) passen könnten. In der 3. Runde bereitete vielen Teilnehmern ein Rätsel im englischen Stil Probleme, welches besonders viele Blindfelder und somit auch besonders wenig Kreuzungspunkte hat.  Das Ranking vor dem Grande Finale kann hier angeschaut werden.

Die vier Finalisten bekamen dann eine besonders harte Nuss zu knacken: Ein Amerikanisches Rätsel mit unsortierten Fragen, manchen auch als Französisches Kreuzworträtsel bekannt. Sie bekamen eine Stunde Zeit dafür. Andreas Weber, mit 68 Punkten Vorsprung auf den Zweiten klar der Beste nach den drei Runden (2902 Punkte von 3073 möglichen), kam mit diesem Rätseltyp überhaupt nicht zurecht und gab gut fünf Minuten vor Schluss entnervt auf. Auch die anderen drei Finalisten hatten große Probleme mit dem letzten Rätsel und konnten es nur zum Teil lösen. Also gewann schließlich derjenige mit den meisten korrekten Feldern, also der bereits erwähnte Rainer Kranz knapp vor Inge Kempter aus Hennigsdorf und Ulrich Worthmann aus Bremen. Wer sich selbst mal am Finalrätsel versuchen möchte, kann es sich hier runterladen.

Die drei Besten wurden jeweils mit einem Reisegewinn belohnt, der Sieger darf mit seiner Frau eine Traumschifffahrt von Monte Carlo nach Istanbul machen. Herr Kranz staunte übrigens ganz schön über seinen Sieg, weil eigentlich seine Gattin die fleißigste Kreuzworträtsellöserin in der Familie ist. Vielleicht ein Indiz dafür, dass es noch nie so einfach war, ein Deutscher Kreuzworträtselmeister zu werden, und dass das Niveau der Teilnehmer im nächsten Jahr noch um einiges gesteigert werden kann.

Insgesamt gesehen waren die 1. Deutschen Kreuzworträtselmeisterschaften eine gut organisierte Veranstaltung, die fast allen Teilnehmern großen Spaß gemacht hat. Und den 19 daheim gebliebenen Qualifizierten sei gesagt:  Hamburg ist immer eine Reise wert!

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