Rätselmacher alter Schule

27. September 2016

Ich hätte es nicht gedacht, aber es gibt sie wirklich noch … Kreuzworträtselautoren, die professionelle Rätsel ganz ohne die Hilfe eines Computers nur mit Zettel, Bleistift, Radiergummi und Lexikon zusammenbasteln. Jürgen Schmidt aus Parchim ist ein solches Urgestein und war neulich im Nordmagazin des NDR zu Gast.

Im Interview erzählt der rüstige alte Herr, wie er vor 24 Jahren als Frührentner zum Kreuzworträtselbau gekommen ist, von Prominenten, denen er eines seiner bislang über 1000 Schwedenrätsel gewidmet hat, und gibt einen kleinen Einblick in seine Rätselwerkstatt. Außerdem hat er ein 12 Meter langes Mammut-Kreuzworträtsel mitgebracht, an welchem er anscheinend jahrelang getüftelt hat.

http://www.ardmediathek.de/tv/Mein-Nachmittag/Der-Kreuzwortr%C3%A4tsel-Erfinder-aus-Parchim/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=33031896&documentId=37965008

(Video ist abrufbar bis Ende 2016)

Interessant in dem Video finde ich die Form des Rätsels, welches Herr Schmidt für den NDR gebastelt hat. Sowas lässt sich in der Tat nur schwer mit einem Computer erstellen. Aber achtet mal auf die linke obere Ecke – sowas habe ich allerdings bisher auch noch nie gesehen!

 


Kreuzworträtsel Plagiate

23. April 2016

In der Berliner Zeitung erschien kürzlich ein interessanter Artikel, der das Thema Plagiate bei Kreuzworträtseln behandelt.

http://www.berliner-zeitung.de/kultur/medien/kreuzwortraetsel-ein-plagiat-erschuettert-die-us-presse-23910340

In dem Artikel geht es um eine Reihe Plagiatsfälle in den USA, die auf ähnliche Weise aufgedeckt wurden, wie hierzulande vor ein paar Jahren die Doktorarbeiten einiger Politiker. Ich hatte bereits vor ein paar Wochen etwas darüber gehört, aber die Nachrichtenmeldung damals war nicht so ausführlich wie dieser Artikel der Berliner Zeitung.

Die amerikanischen Rätselbauer haben viel strengere formale Regeln zu beachten als ihre Kollegen in Europa, was zur Folge hat, dass die Rätselgitter in Amerika einander alle ziemlich ähnnlich sind. 15 x 15 Felder, symetrisch angeordnete Blindfelder und jedes Wort mindestens drei Buchstaben lang. Dies hat aber anscheinend auch zu Folge, dass diese Sorte Rätsel leichter abgekupfert werden können. Vermutlich, indem einfach die Ecken kopiert wurden, die meist aus 4×4-, 3×5-, 4×5 oder 3×6-Sektoren bestehen und oft nur über eine schmale Brücke Verbindung zum restlichen Rätsel besitzen.

Wie genau die Urheberrechtslage in Amerika ist, wird in dem Artikel nicht beschrieben. Scheint nicht ganz eindeutig zu sein. Allerdings muss es wohl eine Art von Copyright geben, denn ich habe mich vor ein paar Monaten mal selbst an der Erstellung von solchen Rätseln des amerikanischen Typs versucht. Dabei wurde mir von meinem Auftraggeber angeboten, eine Reihe von amerikanischen Schemata zu benutzen, an denen er laut eigener Aussage die Nutzungsrechte erworben hat. Ich sollte diese Rätselgitter dann mit deutschen Begriffen füllen, habe es dann aber doch vorgezogen meine eigenen Schemata zu kreieren. Also wenn jemand von euch die Lizenz dafür kaufen möchte ..   😉

Von der Rätselchefredakteurin eines bekannten Verlages wurde mir gesagt, dass es in Deutschland kein Copyright auf Kreuzworträtsel gibt. Das merkt man auch, wenn man sich die unzähligen verschiedenen Rätselhefte anschaut, die sich doch alle irgendwie ähneln. Komplette Rätsel oder größere Rätselteile werden zwar wohl nicht kopiert, aber wenn ein Rätselbauer mal eine gute Idee für eine neue Rätselvariante hatte, wird diese von anderen Kollegen sehr gerne übernommen, sodass es kaum eine Rätselsorte gibt, die nur von einer einzigen Rätselagentur allein angeboten wird.

Ach so, … dank diesem Artikel habe ich auch ein neues Wort gelernt, was mir bis dato noch nie in einem Kreuzworträtsel oder im realen Leben untergekommen ist:

INKRIMINIERT

[als Verstoß, Vergehen o. Ä.] zur Last gelegt, zum Gegenstand einer Strafanzeige, einer öffentlichen Kampagne o. Ä. gemacht, beanstandet

(Definition aus Duden online)

 

 


Der perfekte Sport für Kreuzworträtselfans

24. August 2015

brain_shortzViele Leute lösen Kreuzworträtsel, weil sie ihre grauen Zellen fit halten möchten. Ob Kreuzworträtsel wirklich vorbeugend gegen Krankheiten wie Alzheimer helfen, ist jedoch in der Fachwelt umstritten.

Will Shortz, Rätselautor der New York Times und der berühmteste Vertreter seiner Zunft, dachte bis vor kurzem ebenfalls, dass Kreuzworträtseln sein ganzes Gehirn hinlänglich in Schwung hält. Bis er sich mit einem Neurowissenschaftler unterhielt, der ihm erzählte, dass Kreuzworträtseln gar nicht die gesamte Hirnregion abdeckt, sondern nur einen großen Teil. Glücklicherweise gibt es laut dem Gehirnspezialisten eine Sportart, die genau die komplementären Regionen im menschlichen Gehirn beschäftigt. Daraufhin fackelte Mister Shortz nicht lange und beschloss, fortan ein Jahr lang jeden Tag diesen Sport zu betreiben und dies mit Videos zu dokumentieren. Wenn Ihr wissen wollt, um welchen Sport es sich handelt, müsst Ihr euch diesen YouTube Clip anschauen:

P.S.:  zufälligerweise mache auch ich seit vielen Jahren genau diesen Sport, den ich jedoch ungleich schlechter beherrsche als Kreuzworträtseln.  Ich sollte also ebenfalls meine Tätigkeiten besser ausbalancieren.  🙂

 

 

 


Stiftung Rätseltest Nr. 24: „die aktuelle Spezial Kreuzwort-Rätsel für jeden Tag“ (Rätselredaktion Susen)

13. Mai 2015

Eine weitere Rätselzeitschrift der Rätselredaktion Susen ist „die aktuelle Spezial Kreuzwort-Rätsel für jeden Tag“. Sie erscheint seit Mai 2008 ebenfalls zweimonatlich in der „Deutschen Rätselverlag GmbH„. Das Heft im DIN A5-Format hat einen Umfang von 68 Seiten und beinhaltet ausschließlich Kreuzworträtsel und Schwedenrätsel in verschiedenen Varianten. Anbei eine Übersicht über den vielfältigen und unterhaltsamen Inhalt sowie eine weitere Leseprobe:

http://www.pressekatalog.de/inhalt/2076751.pdf

http://www.raetsel.de/data/leseproben/da%20-%20KWR%20S27.pdf

Die Rätsel sind qualitativ hochwertig, anspruchsvoll und abwechslungsreich. So gibt es spezielle Themenrätsel (u.a. „Wissenschaft & Technik“, „Da ist Musik drin“, „Kennen Sie Krimis?“, „Kennen Sie Kino?“), Schwedenrätselgitter mit besonderen Strukturen und vielen Doppeldefinitionen (u.a. „Hundert Prozent“, „Kreuzworträtsel im Rechteck“, „X-Kreuzworträtsel“) sowie die unter Rätselfans beliebten Leckerbissen „Wo geht’s hin?“ (Schwedenrätsel ohne Pfeile) und „Vor oder zurück“. Auch ein „amerikanisches“ und ein „französisches Kreuzworträtsel“ sind zu lösen. Besonders knifflig ist das „Kreuzworträtsel sortiert“, bei der man selbst herausfinden muss, an welchen Stellen die Lösungen im Rätselgitter einzutragen sind. Auch das Schwedenrätsel „Buchstabenchaos schwer“ (Anagramme mit fehlenden Vokalen) ist inzwischen ein Klassiker in „die aktuelle Spezial Kreuzwort“ geworden. Querdenker kommen auch auf ihre Kosten, das Magazin enthält zwei (eher einfache) Rätsel „Für scharfe Denker“ mit Definitionen in witziger Reimform.

Auf die hohe Rätsel-Qualität der Rätselredaktion Susen wurde schon im Beitrag „Stiftung Rätseltest Nr. 23: BASTEI Die GROSSE Rätsel-Zeitung“ hingewiesen. Generell erreicht die Zeitschrift aber einen anderen Rätsellöserkreis als „Die Große Rätsel-Zeitung“. Rätselautor Johannes Susen erklärt, dass im Fall „die aktuelle Spezial Kreuzwort“ ebenfalls versucht wird „gute Rätselqualität durch allgemein gebräuchlichen Wortschatz herzustellen. Allerdings muss hier durch die vielen Themen- und Vorgabebegriffe auch schon mal auf Wortschatzstufen – in Ausnahmefällen – bis zu Sieben zurückzugreifen. Damit werden schon mal Begriffe gezogen, die reines Fachwissen darstellen. Die Stufen Acht und Neun haben wir übrigens noch nie unseren Kunden zugemutet. Trotzdem wird auch bei ‚die aktuelle Spezial‘ auf grundsätzlich verständlichen Wortschatz geachtet.“

Hier sieht man, wie Johannes Susen u.a. an dem Rätsel „Adel verpflichtet“ arbeitet, einem doppelseitigen Kreuzworträtsel, das besonders viele Begriffe zum Thema „Adel“ enthält.

http://www.youtube.com/watch?v=m_RA8Y96h6k

Anders als in der „Großen Rätsel-Zeitung“ werden in „die aktuelle Spezial Kreuzwort“ manchmal „tote Zweier“ und definierte zweibuchstabige Begriffe toleriert. Aufgrund der Möglichkeit, beim Schwedenrätsel mit „toten Zweiern“ mehr längere Begriffe einzubauen und Vorgaben und größere Kreuzungsflächen einzuarbeiten, sind die Schwedenrätsel mit „toten Zweiern“ in „die aktuelle Spezial Kreuzwort“ durchaus vertretbar und eher von Vorteil. Johannes Susen merkt hierzu an: In unserer Agentur erstellen wir Schwedenrätselgitter momentan nach folgendem Prinzip: ‚Tote Zweier‘ grundsätzlich vermeiden, aber wenn sich durch Tolerierung der ‚Toten Zweier‘ eine bessere Rätselqualität/ein größerer Rätselspaß erzielen lässt, nehmen wir sie durchaus in Kauf. Das bedeutet, dass wir für die ‚Große Rätsel-Zeitung‘ nur noch Gitter ohne ‚Tote Zweier‘ generieren wollen, dass wir für die ‚die aktuelle Spezial‘ vor allem für Gitter mit Vorgabe- und Themenbegriffen auch ‚Tote Zweier‘ oder definierte Zweibuchstaber realisieren.“

Die Rätsel auf den Seiten 28/29 wurden inzwischen durch das beliebte „Meisterrätsel“ ersetzt. Dabei handelt es sich um ein Rätselgitter in der Form, wie es auch beim Finale der „Deutschen Kreuzworträtsel-Meisterschaft“ vorkommen kann. 

Seit der letzten Ausgabe Nr. 3/2015 gibt es ein neues Rätsel, das “Kreuz-&-Quer-Worträtsel“, ein „schönes“ klassisches Schwedenrätsel mit Doppeldefinitionen. Dafür ist leider das zuvor immer an dieser Stelle stehende Rätsel „Kreuzwort-Silbe“ verschwunden, bei der manchmal pro Feld eine ganze Silbe eingetragen werden musste. Diese Rätselart fand ich von der Machart her einzigartig , da ich das noch in keinem anderen Heft gesehen habe. Irgendwie ein bisschen schade.

die aktuelle Spezial Kreuzwort

Ausgabe Nr. 4/2015 ist aktuell im Handel erhältlich. Das Magazin erscheint immer freitags in den 2. Wochen der „ungeraden“ Monate zu einem Preis von 1,90 €. In dieser Ausgabe gibt es wieder eine Änderung, die ich diesmal begrüße: Das Schwedenrätsel „Ohne Anfang und Ende“ wurde durch ein „Hin und her, kreuz & quer“ (eine Mischung aus „Wo geht’s hin?“ und „Vor oder zurück“) ersetzt. Johannes Susen erzählt: „Erst mit der darauf folgenden Ausgabe Nr. 5/2015 werden alle Änderungen realisiert sein. Dann bleibt es erst mal bei diesem Status. Hoffentlich gefällt dieses leicht abgeänderte Konzept den Lösern (…). Leider wird es dann erst mal kein „Rätsel oder Raetsel“ und keine „Kreuzwort-Silbe“ mehr geben. Wenn darüber mehr Löser enttäuscht sein sollten (…) kann man irgendwann daran denken, sie wieder hinein zu nehmen.“

„die aktuelle Spezial Kreuzwort“ ist ein Rätselheft ganz nach meinem Geschmack. Hier ist der Name „100% Kreuzworträtsel“ wirklich Programm. Das Heft ist zu meinem Lieblings-Kreuzworträtselheft geworden und für die Teilnahme an der Deutschen Kreuzworträtsel-Meisterschaft ein ideales Übungsheft. Eventuell fügt Johannes Susen in zukünftigen Ausgaben noch ein paar weitere knifflige Rätselarten hinzu, wie sie auch bei der letzten Deutschen Kreuzworträtsel-Meisterschaft vorkamen, z.B. ein amerikanisches Rätsel mit unsortierten Fragen oder gar ein Knobel-Kreuzwort (ohne Ordnungszahlen und Schwarzfelder).


Stiftung Rätseltest Nr. 23: „BASTEI Die GROSSE Rätsel-Zeitung“ (Rätselredaktion Susen)

8. April 2015

„BASTEI Die GROSSE Rätsel-Zeitung – Das Rätselheft mit großer Schrift“ erscheint zweimonatlich in der „Deutschen Rätselverlag GmbH“ mit einer Druckauflage von 42.000 Stück. Das klassisch gestaltete Rätsel-Magazin umfasst 44 Seiten und bietet inklusive Titelblatt folgende Rätselmischung:

  • 27 Schwedenrätsel, davon 18 vollseitige
  • 4 amerikanische Rätsel
  • 2 Kreuzwortpuzzles (Gitterrätsel)
  • 3 Kreuzwort-Zahlenrätsel
  • 1 Brückenrätsel
  • 3 Silbenrätsel, davon 1 „großes“
  • 2 lustige Silbenrätsel
  • 2 Sudokus
  • 1 Wabenrätsel
  • 1 Schneckenrätsel
  • 1 Zahlenrätsel
  • 1 Rätsel zum Ausschneiden

„Die Große Rätselzeitung“ ist ein Rätsel-Magazin mit langer Tradition. Unter dem Titel „Quiz und Test“ erschien im Mai 1958 im Bastei-Verlag die erste Rätselzeitschrift. 1962 wurde sie in „Rätsel-Zeitung“ umbenannt und erscheint unter diesem Titel bis heute. 1985 kam „Die Große Rätsel-Zeitung“ hinzu. Das Magazin erschien ursprünglich alle zwei Wochen. Seit ungefähr zehn Jahren (seit Ausgabenummer 547) wird „Die Große Rätsel-Zeitung“ in der Rätselredaktion Susen entwickelt und stets verbessert. Laut Rätselautor Johannes Susen war „Die große Rätsel-Zeitung“ unter der Bastei-Rätselredaktion „ein ‚ungeliebtes Kind‘ und alle Rätsel wurden mit Lösungsbegriffen aus allen Wortschatzstufen generiert – die einfachste und schnellste Methode, die Rätsel jeder Ausgabe herzustellen.“ Im Januar 2006 wurde „Die Große-Rätsel-Zeitung“ von 14-täglicher auf monatliche Erscheinungsweise umgestellt, ab Ausgabe 620 (Dezember 2012) erscheint sie statt monatlich zweimonatlich.

Der Wortschatz der Rätselredaktion Susen umfasst neun Schwierigkeitsstufen, wobei die einfachsten Begriffe und dazugehörigen Definitionen in Stufe Eins und die schwierigsten Begriffe in Stufe Neun enthalten sind. Johannes Susen erläutert: „Grundsätzlich versucht ein Rätselautor nun, Rätsel mit allgemein verständlichem Wortschatz zu füllen, dies entspricht bei uns Schwierigkeitslevel Eins bis Drei, auch noch Stufe Vier. Das ist ein Wortschatzumfang, von dem man annehmen kann, dass ihn jeder Deutsche beherrscht. Dem liegt die (begründete) Annahme zu Grunde, dass Rätsellösen allgemein Lust machen soll, aber keinen Frust verursachen darf. Rätsellösen ist anspruchsvolle Unterhaltung, aber kein Intelligenztest. Mit der ‚Großen Rätsel-Zeitung‘ kommt man diesem Anspruch sehr nahe, da es hier eigentlich nur einfache Schwedenrätselgitter gibt, ohne weitere Anforderungen. Dies gilt auch für alle übrigen Rätselarten in diesem Magazin bis auf die ‚Amerikanischen Rätsel‘, die aufgrund ihrer Schwarzfeldanordnungen doch schon etwas schwieriger sind. Grundsätzlich kommt dieses Magazin aber dem Anspruch ‚Gut zu lesen‘ (durch die große Schrift) und ‚Gut zu lösen“ (durch Lösungsbegriffe aus einem allgemein verständlichen Wortschatz) sehr nahe.“

Die reformierte „Große Rätsel-Zeitung“ enthält zudem auch keine „langweiligen“ zweibuchstabigen Begriffe mehr. Dreibuchstabige Kürzel (Abkürzungen und Kfz-Zeichen) sowie die Verwendung von Pluralformen erhöhen dafür weiterhin die Begriffsdatenbank. Die Definitionen der Rätselredaktion Susen sind zutreffend und sehr verständlich formuliert, auch aktuellere Begriffe (z.B. SHAUN, das Schaf und Lady GAGA) werden gesucht. Betrachtet man einige Rätsel, so fällt auf, dass oftmals nach Vornamen von berühmten bzw. prominenten Personen gefragt wird, zumindest häufiger als bei anderen Rätselagenturen. Allerdings halte ich das für legitim, weil derartige Fragen mehr zum Allgemeinwissen gehören als ein alternativer exotischer Begriff; und natürlich ist eine solche Definition qualitativ hochwertiger als wenn lediglich nach einem unbekannten männlichen oder weiblichen Vornamen gefragt wird.

Die Rätselstruktur der Schwedenrätsel sind sehr gut aufgebaut und es herrscht eine durchdachte Vielfalt im Gitteraufbau vor. Auch hält es Johannes Susen für ein Zeichen von Qualität, wenn sich im Rätsel der erste und der letzte Buchstabe eines Lösungsbegriffs kreuzen (Ausnahme: linke Spalte, obere Zeile). Ein interessantes Merkmal der Schwedenrätsel ist die orthografisch korrekte Abtrennung durch eine dickere Gitterlinie bei mehreren Wörtern (z.B. ID EST) oder sogar Begriffen, die einen Bindestrich enthalten (z.B. CD-ROM und U-BOOT). Dies ist beim Lösen sehr hilfreich. Seit Ausgabenummer 632 werden darüber hinaus für „Die Große Rätsel-Zeitung“ nur noch Schwedenrätselgitter ohne „tote Zweier“ (= zwei nebeneinander stehende Buchstaben, die nicht definiert sind) generiert (Ausnahme: Titelblatt).

Johannes Susen hält seine Veränderungen, die meiner Meinung nach nun zu einem deutlich höheren Rätselspaß beitragen, nicht für unbedingt selbstverständlich: „Die ‚Große Rätsel-Zeitung‘ wird eher gering honoriert, und der Kunde/Käufer belohnt eine gute Qualität leider nicht am Kiosk durch guten oder besseren Verkauf. Deswegen erscheint die ‚Große Rätsel-Zeitung‘ inzwischen nur noch alle zwei Monate.“

Die GROSSE Rätsel-Zeitung  

Ausgabenummer 634 ist aktuell im Handel erhältlich. Das Magazin erscheint immer dienstags in den 2. Wochen der „geraden“ Monate zu einem Preis von 1,85 €. Die Zeitschrift ist auch als Abo erhältlich, allerdings kostet ein Jahresabonnement (6 Ausgaben) im Inland stolze 25,80 € (inklusive Versandkosten).

Die GROSSE Rätsel-Zeitung Sammelband

In den „ungeraden“ Monaten erscheint zudem ein Sammelband mit drei Rätselheften zu einem Preis von 3,90 €. Mit einer Druckauflage von 45.000 Stück scheint dieser Sammelband sogar beliebter zu sein als das Einzelheft. Der Sammelband enthält immer zwei ältere Hefte und eine fast gerade erst erschienene Ausgabe der „Großen Rätsel-Zeitung“. Der aktuell erhältliche Sammelband Nr. 1124 enthält die regulären Ausgabenummern 511, 512 und 632. Da, wie Johannes Susen oben beschrieben, in den älteren Heften der Bastei-Rätselredaktion noch keine Filtrierung im Schwierigkeitsgrad vorlag, sind die entsprechenden Rätsel teilweise sehr schwer zu lösen. Die alten Ausgaben enthalten enorm viele exotische Begriffe aus den höheren Schwierigkeitsstufen, so dass die Lust am Raten auf der Strecke bleiben kann. Ich zumindest musste hier sehr viel von der Auflösung abschreiben. Ein paar weitere Auffälligkeiten in den älteren Heften der Sammelbände: Es gibt drei Themenrätsel und ein Zahlen-Schwedenrätsel. In den amerikanischen Rätseln werden außerdem zwei Leerfelder vorgegeben und im Wabenrätsel einige Buchstaben. Zudem sind in den Schwedenrätseln viele zweibuchstabige Begriffe definiert, es gibt vereinzelt sogar definierte Einbuchstaber.

Im Bastei-Verlag gibt es im Übrigen noch weitere regelmäßig erscheinende Rätselhefte mit großer Schrift, allerdings enthält in dieser Auswahl neben der “Großen Rätsel-Zeitung“ nur noch das Magazin „Großer Schwede“ (Rätsel-Krüger GmbH) Kreuzworträtsel.

Hoffentlich hält sich „Die Große Rätsel-Zeitung“ – schon allein aufgrund ihrer interessanten Historie noch lange am Kiosk. Auch wenn das Rätsel-Magazin speziell für ältere Menschen mit Sehschwächen konzipiert wurde und es im Verkauf eher schwer hat, beweist „Die Große Rätsel-Zeitung“, dass Rätselraten als Freizeitspaß eine Beschäftigung für alle Generationen darstellt. Ich kaufe mir „Die Große Rätsel-Zeitung“ aufgrund der hohen Rätsel-Qualität und dem klassischen Design immer wieder gerne.

Nachtrag: Das Abo kostet im Inland jetzt 12,90 € (inklusive Versandkosten).


Was Rätselmacher zum Jubiläum sagen, Teil 1

15. Januar 2014

Zum großen Jubiläum wurden einige Rätselmacher interviewt. Als erstes präsentiere ich ein Interview aus der Badischen Zeitung, in der die in Offenburg ansässige Burda-Chefredakteurin für die Sparte Rätsel befragt wird.

http://www.badische-zeitung.de/offenburg/fast-wie-bei-guenter-jauch–78716671.html

Dazu ein interessanter 3-Minuten-Clip des WDR über die im obigen Interview  erwähnte Remscheider Rätselagentur vom Berg, die seit 50 Jahren Kreuzworträtsel bastelt, nun bereits in dritter Generation.

http://m.ardmediathek.de/100-Jahre-Kreuzwortraetsel?docId=18774704&pageId=13932928

Für mich war in beiden Interviews interessant zu hören, dass offenbar jedes Kreuzworträtsel vor der Drucklegung noch einmal von Lektoren auf Fehler überprüft wird. Ich dachte, dass dies heutzutage weitgehend überflüssig sei, weil ja schon seit geraumer Zeit der überwiegende Teil der Kreuzworträtsel von Computersoftware zusammengebastelt wird.


Knobeln im Quadrat

19. August 2013

Auf der Webseite der Deutschen Welle steht ein interessanter Artikel, der einen einhundertjährigen Bogen schlägt vom ersten Kreuzworträtsel der Welt bis hin zur diesjährigen Deutschen Kreuzworträtselmeisterschaft.

http://dw.de/p/19PFS