Gehört ein Neger ins Kreuzworträtsel?

25. Januar 2018

In den letzten Tagen machte eine Agenturmeldung deutschlandweit die Runde, in der es um das Wort NEGER in einem Kreuzworträtsel ging. Das Rätsel war in einer Klinik-Zeitschrift mit der Auflage von über 10.000 Exemplaren abgedruckt. Die Klinik startete daraufhin eine Rückrufaktion und druckte die Zeitschrift „wegen des schweren Fauxpas“ komplett neu.

Die Umschreibung zum gesuchten Begriff war allerdings auch nicht mehr zeitgemäß:

Mensch mit schwarzer Hautfarbe

Für die meisten Leute jüngeren Alters ist NEGER heutzutage ein Schimpfwort für dunkelhäutige Menschen. Bei vielen älteren Leuten ist das Wort dagegen durchaus noch gebräuchlich, genauso wie beispielsweise der Zigeuner, ohne dass dabei gleich ein rassistischer Unterton mitschwingt.

Und in meinem persönlichen Umfeld findet es wirklich jeder es albern, dass Negerküsse und Mohrenköpfe seit ein paar Jahren Schokoküsse oder Schaumküsse heißen. Am Zigeunerschnitzel beißen sich die politisch korrekten Spracherneuerer allerdings noch die Zähne aus.

Die folgenen Links führen zu Artikeln der Berliner Zeitung und der WELT stellvertretend für mindestens zwei Dutzend weitere Zeitungen, die darüber berichtet haben:

https://www.bz-berlin.de/deutschland/aufregung-wegen-neger-im-kreuzwortraetsel

https://www.welt.de/vermischtes/article172639667/Klinikum-Chemnitz-Neger-im-Kreuzwortraetsel-Magazin-zurueckgerufen.html

Beim zweiten Artikel ist in den Leserkommentaren deutlich zu lesen, dass nicht jeder Verständnis für die Rückrufaktion des Chemnitzer Klinikums hat. Ich hingegen kann das schon nachvollziehen. Die angekündigte Prüfung rechtlicher Schritte ist allerdings einfach nur lächerlich.

Vorhin habe ich den NEGER noch mal im Online-Duden nachgeschlagen. Überraschenderweise lautet die erste der insgesamt vier Definitionen schlicht wie folgt:

Person von [sehr] dunkler Hautfarbe

Also könnte man argumentieren, dass der NEGER mit der obigen Umschreibung im Kreuzworträtsel ebenso seine Berechtigung hat wie in der „Bibel der Deutschen Sprache“.  Oder?

 

Wenn man die Webseite vom Duden einen halben Meter nach unten scrollt, findet man unter „BEDEUTUNGEN, BEISPIELE UND WENDUNGEN“ dann doch noch einen zusätzlichen Hinweis:

„Die Bezeichnung Neger gilt im öffentlichen Sprachgebrauch als stark diskriminierend und wird deshalb vermieden. Als alternative Bezeichnungen fungieren Farbiger, Farbige sowie Schwarzer, Schwarze; letztere Bezeichnung ist z. B. in Berichten über Südafrika vermehrt anzutreffen, wohl um eindeutiger auf die schwarze Bevölkerung (etwa im Unterschied zu Indern) Bezug nehmen zu können. In Deutschland lebende Menschen mit dunkler Hautfarbe wählen häufig die Eigenbezeichnung Afrodeutscher, Afrodeutsche, die zunehmend in Gebrauch kommt.“

 

Nun gut. Ich finde beispielsweise die Umschreibungen:

abwertend für: Farbiger, Schwarzer

oder

veraltete Bez. für dunkelhäutige Personen

in einem Kreuzworträtsel durchaus legitim, bin mir aber nicht so sicher, ob das alle anderen auch so sehen.

 

 

 

 

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Rückblick auf die 6. Dt. Kreuzworträtsel-Meisterschaft

18. November 2017

Nun ist es schon wieder eine Woche her, dass in Brühl die 6. Deutsche Kreuzworträtsel-Meisterschaft stattfand. Und seit einer Woche heißt der neue Deutsche Meister Markus Heyer aus Wabern in Hessen, der sich im großen Finale in souveräner Manier gegen seine drei Kontrahentinnen Birgit Ely, Inge Kempter und Karin Schattmann durchsetzte. Nochmal Glückwunsch Markus! Hast du dir dein Luxusbett schon ausgesucht?

Die Meisterschaft hat den meisten Teilnehmern wohl ziemlichen Spaß bereitet, denn die veranstaltende Rätselredaktion Susen bekam in der vergangenen Woche nicht wenige positive Rückmeldungen, von denen die beiden ausführlichsten mit Erlaubnis der Autoren hier veröffentlicht werden dürfen. Herzlichen Dank dafür!

Der erste Bericht ist von der Teilnehmerin Silke Stock, die ihre Eindrücke von der Meisterschaft anscheinend noch am selben Tag zu Papier brachte.

FEEDBACK VON SILKE STOCK

Die dazu passenden Fotos wurden von Rosa Susen geknipst.
(Copyright Rätselredaktion Susen)

Der zweite Brief stammt vom Teilnehmer Hans Schmitz, der die Veranstaltung offensichtlich durchweg genossen hat.

FEEDBACK VON HANS SCHMITZ

Ich persönlich bin auch glücklich, dass das Ganze so reibungslos über die Bühne gegangen ist. Denn am Freitag Abend sah es überhaupt nicht danach aus! Wegen der Bonner Weltklimakonferenz wurde uns vom Hotel ein wesentlich kleinerer Saal zugewiesen als geplant, der zudem nicht wie vereinbart mit Tischen, Stühlen, etc. eingerichtet war. Daher mussten wir am Freitag ein wenig improvisieren und zwei, drei Überstunden machen. Immerhin wurden wir vom Hotel mit einem kostenlosen Abendessen entschädigt, nachdem wir eingesehen hatten, dass die Lösung des Weltklimaproblems denn doch etwas wichtiger ist als die Lösung von Kreuzworträtseln. Aber nur ein ganz kleines bisschen  😉

Als Glück erwies sich letztendlich, dass kurzfristig sechs Leute ihre Teilnahme abgesagt hatten, sodass die Saalgröße gerade so eben ausreichte, auch wenn es hier und da doch recht eng war. Man gut, dass unsere Verteilerinnen der Rätselbögen stets auf ihre gute Figur achten! 🙂

Ich war ja diesmal zum ersten Mal im Organisationsteam dabei. Schnell war klar, dass Johannes Susen, Frank Diederichs und all die anderen ein gut abgestimmter routinierter Haufen sind, denen die zweijährige Zwangspause in keinster Weise geschadet hat. Ich hoffe, ich habe unter euch nicht zu viel Verwirrung gestiftet, Johannes!

Da meine Hauptaufgabe darin bestand, die Herausgabe der Zusatzrätsel zu beaufsichtigen, habe ich nicht ganz so viel von der Korrektur gesehen, aber ich habe dennoch mitbekommen, dass die Auswerter manchmal aufrichtig mit dem einen oder anderen Teilnehmer mitgelitten haben („Guck mal hier, … der hat alle Lösungsbuchstaben bis auf zwei raus. Warum hat er die nicht unten eingetragen? Dann hätte er das Lösungswort doch erraten können, … och Mensch!“). Die Atmosphäre im “Büro“ war allgemein recht gelöst(!) und familiär. Hat mir gut gefallen!

Abends saß der Großteil des Teams mit zwei der vier Finalisten noch eine ganze Weile beisammen. Und schon da wurde eifrig darüber nachgedacht und diskutiert, auf welche Weise man die Kreuzworträtsel-Meisterschaften noch interessanter gestalten könnte.

Da mir fast alle Teilnehmer von Anfang an sympathisch waren, hoffe ich jedenfalls, dass ich den einen oder die andere im nächsten Jahr wiedersehe!

 

 


Kreuzworträtsel im Museum

14. Juli 2016

Im Neuen Museum in Nürnberg wurde ein Polizeieinsatz nötig, weil eine 91-jährige alte Dame mit einem Kugelschreiber auf ein Kunstwerk geschrieben hatte. Das Gemälde beinhaltet ein Kreuzworträtsel …   🙂

Lest am besten selbst:

http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/anzeige-fur-91-jahrige-kreuzwortratsel-kunst-beschrieben-1.5343087

 

 


Französische Ecke

21. April 2015

Hier habe ich mal wieder eine Fundsache, die in einem guten Rätselheft eigentlich nichts verloren hat. Bei einem Schwedenrätsel aus dem ROTO Verlag sah die rechte untere Ecke folgendermaßen aus:

fundsache_005

Allein in dieser kleinen Ecke werden bei vier von sechs Fragen französische Vokabeln gesucht, hinzu kommt noch ein griechischer Buchstabe. Ich habe überhaupt nichts gegen Fremdworte im Kreuzworträtsel, aber es sollte sich doch in Maßen halten. Rätselrater, die wie ich kein Französisch in der Schule gelernt haben, ärgern sich über solche Stellen im Rätsel. Egal, ob es wie in diesem Beispiel zu viele Fremdwörter auf einem Haufen sind, oder afrikanische Flüsse, die sich im Rätselgitter gleichzeitig mit osteuropäischen Nebenflüssen und irgendwelchen Gewässern in Sibirien kreuzen. Ich finde, ein guter Rätselautor sollte auf so etwas achten.

 

 


70er Jahre Kreuzworträtsel

1. Oktober 2014

Für alle Fans der 1970er Jahre gibt es demnächst (VÖ: 7. Oktober) ein eigenes Kreuzworträtselheft, welches 6x jährlich erscheinen soll. Im Pressetext steht dazu: „In thematischen Schweden-, Gitter- und Zahlenrätseln, wie beispielsweise „Hippie, Punk & Parka“, „Schlagzeilen eines Jahrzehnts“ oder „Nostalgie-TV“ dreht sich alles um Mode, Musik, Kultur und Sport der Disco-Ära.“ Auf dem Cover der ersten Ausgabe ist – na klar – ABBA abgebildet.

Ich bin ein wenig skeptisch, ob sich ein Kauf lohnt. Solche Spezialrätselhefte sind meistens enttäuschend, finde ich. Und die große Gefahr ist, dass bei Erfolg dann unweigerlich auch die 80er und 90er Jahre drankommen. Das kennt man ja aus dem Radio …


Kreuzworträtsel im Dschungelcamp

4. Februar 2014

Ach du Schei***, das hatte noch gefehlt !

http://www.clipfish.de/special/ich-bin-ein-star/video/4041634/das-intime-kreuzwortraetsel-dschungelcamp-2014/

Hat das Niveau der Sendung aber auch nicht anheben können …


Ein Magier bastelt Kreuzworträtsel

9. Juni 2013

Magier David Kwong bastelt unter Vorgaben der Zuschauer ein Kreuzworträtsel zusammen und ganz am Schluss kommt dann auch wirklich ein magischer Moment. Das müsst ihr gesehen haben !!