Regelmäßige Füllmuster

25. August 2017

Die Anordung der Definitionskästchen stellt einen anspruchsvollen Teil bei der Rätselerstellung dar, da der für ein Kreuzworträtsel wichtige Verknüpfungsgrad maßgeblich vom Füllmuster der Definitionskästchen abhängt. Um Arbeit zu sparen und um zu erreichen, dass keine Doppeldefinitionen pro Kästchen (= zwei Definitionen pro Feld) vonnöten sind, werden viele Kreuzworträtsel im „Kern“ mit einem regelmäßigen Muster gefüllt.

Wie an folgenden Beispielen ersichtlich, stehen hier fast immer nur zwei Definitionsfelder diagonal nebeneinander:

HNA

Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) vom 11.08.2017, Rätsel Witte

Heine

Rätselmix – Worträtsel kreuz und quer Nr. 1/2014, Stefan Heine

Auf diese Art können ohne viel Aufwand auch sehr große Kreuzworträtsel (z.B. Kreuzworträtselposter) generiert werden:

Kanzlit (1)

Kanzlit (2)P.M. Riesen-Sommerrätsel 01/2007 (Ausschnitte), Rätselagentur Kanzlit

Dieses Belegungsmuster erzeugt fast ausschließlich Begriffe mit fünf Buchstaben, wobei der jeweils mittlere Buchstabe keine weitere Kreuzung mit einem weiteren Begriff aufweist. Fast nur in der zweiten sowie letzten Zeile und Spalte tauchen Begriffe mit mehr Buchstaben auf. Weil die Wortlängen am Rand angepasst werden müssen, sind hier eher sehr kurze Begriffe, auch mit nur zwei Buchstaben, zu finden.

Dadurch wird die Begriffsdatenbank einseitig abgeschöpft und nach einigen Rätseln beginnen sich die Begriffe mit fünf Buchstaben zu wiederholen. Dies stellt eine erhebliche Beschränkung der Vielfalt dar, die das Lösen meiner Meinung nach auf Dauer langweilig macht.

Kreuzworträtsel sollten eine größere Abwechslung im Gitteraufbau haben. Gute Rätselagenturen verzichten deshalb auf solche regelmäßigen Füllmuster, indem sie auch im „Rätselkern“ längere und damit interessantere Begriffe zulassen.

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Neuer Guinness-Weltrekord im „Gleichzeitig Kreuzworträtsel lösen“

7. Juli 2017

Letzten Sonntag, am 02. Juli 2017, wurde im Mainzer „Fernsehgarten“ ein neuer Weltrekord im „Gleichzeitig Kreuzworträtsel lösen“ aufgestellt. Der bisherige Weltrekord stammt aus dem Jahr 2010. Damals hatten in Jakarta 550 Personen gleichzeitig ein Kreuzworträtsel gelöst.

668 rätselwütige Frauen und Männer lösten nun live in der ZDF-Sendung, moderiert von Andrea Kiewel, eines von vier verschiedenen Kreuzworträtseln des Rätselmachers Stefan Heine. Die Rätsel waren zwar ähnlich, aber nicht identisch, um ein gegenseitiges Abgucken zu verhindern. Die Kreuzworträtsel besaßen die gleiche Struktur im Gitteraufbau, waren jeweils 9×7 Kästchen groß und enthielten 19 eher leichte Fragen.

ZDF

Hier können die Rätsel nachträglich heruntergeladen werden: https://www.zdf.de/show/zdf-fernsehgarten/170702-rekord-fsg-108.html

Für den Weltrekord-Versuch kam es ausdrücklich nicht auf die Geschwindigkeit, sondern nur auf die Menge der gleichzeitigen Löser an, d.h. jeder Teilnehmer musste sich mindestens (!) zehn Minuten mit dem Rätsel beschäftigen. Neben Guinness-Buch-Schiedsrichterin Lena Kuhlmann hatten mehrere freiwillige Helfer die Aufgabe, die Teilnehmer genau zu beobachten und gegebenenfalls zu ermahnen, falls diese ein Handy zum Spicken nutzen wollten.

Nach dem Ablauf der Zeit sammelten die Helfer die einzelnen Kreuzworträtsel ein und begannen, diese mit einer durchsichtigen Schablone auf richtig gelöste Begriffe zu überprüfen. Fünf richtig geratene Begriffe reichten schon aus, um in die Wertung miteinzugehen. Trotzdem schafften dies 75 Teilnehmer nicht. Insgesamt 609 Zuschauer (eigentlich müssten es dann aber 684 Brutto-Teilnehmer gewesen sein), und damit 69 Menschen mehr als beim vorangegangenen Rekord, hatten das Kreuzworträtsel „richtig“ gelöst. Sie alle erhielten eine Urkunde vom Guinness-Buch-Verlag und dürfen sich jetzt über einen Eintrag ins Buch der Rekorde freuen. Herzlichen Glückwunsch!

Die ganze Sendung ist in der ZDF-Mediathek zu finden: https://www.zdf.de/show/zdf-fernsehgarten/170702-vorschau-fsg-104.html

 


Interview mit dem Rätselmacher Stefan Heine

15. April 2011

Auf der Webseite von RABENSTARK.DE kann man ein Interview mit Stefan Heine lesen, der laut Text der bekannteste deutsche Rätselmacher sein soll.

Die erste Hälfte des Interviews finde ich nicht so interessant. Dort geht es um den Siegeszug der Sudokus. Diese zu basteln ist anscheinend eine besondere Spezialität des Tüftlers Stefan Heine. Aber das alles hat man so ähnlich auch schon oft woanders lesen können.

Im zweiten Teil geht es um Rätsel in den Online-Medien und in sozialen Netzwerken wie Facebook. Stefan Heine sieht dort eine Menge Potenzial für neuartige Rätselwettstreits und Gewinnspiele. Ich bin da nicht ganz so optimistisch wie Herr Heine. Möchten die User beispielsweise wirklich immer wissen, welcher der anderen Facebook-Teilnehmer ein bestimmtes Rätsel am schnellsten gelöst hat? Man kennt die Leute in der Realität ja eher weniger. Oder anders herum gefragt: Wenn ich selbst mal ein Rätsel gelöst habe … müssen dann alle meine „Freunde“ gleich sofort davon erfahren? Ich denke nicht, aber ich bin auch generell ein Skeptiker, was den Nutzen von Facebook angeht. Oder einfach schon zu alt für sowas?  😉

Ich habe ähnliche Rätselwettbewerbe schon einmal selbst ein paar Monate lang bei Twitter veranstaltet, bis die ganze Sache irgendwann stagnierte und mir der Aufwand im Vergleich zum Allgemeininteresse zu groß erschien. Am Ende war immer die selbe Handvoll Leute ganz vorne platziert und der Rest verlor nach kurzer Zeit die Lust.

Sozial- bzw. community(ausbau)fähig sind Rätsel für mich also nicht unbedingt. Jedenfalls nicht Kreuzworträtsel, andere vielleicht schon. Meiner Ansicht nach ist da eher die Portierung von Kreuzworträtseln auf Mobilgeräte eine weitaus wichtigere Entwicklung gewesen. Aber ich lasse mich von der Zukunft natürlich gerne überraschen  🙂

Interview mit Stefan Heine lesen